Die schönsten Dolomiten Touren - Um die Sorapiss Gruppe auf dem Via Ferrata Vandelli and Berti

Die schönsten Dolomiten Touren - Um die Sorapiss Gruppe auf dem Via Ferrata Vandelli and Berti

Der Lago Di Sorapiss stand schon seit einiger Zeit auf unserer Dolomiten Wunschliste. Optimalerweise liegt der schöne türkise Bergsee auf einer super zwei Tagestour mit Klettersteig: Der Umrundung des Sorapiss-Massivs. Die Tour beinhaltet zwei Via Ferratas (Via Ferrata Vandelli und Via Ferrata Berti) und die Möglichkeit, den Sonnenuntergang und den Sonnenaufgang am Sorapiss-See zu erleben. In zweieinhalb bis zwei Tagen ist die Umrundung gut machbar und damit optimal für ein verlängertes Wochenende in den Dolomiten.


Teil der Umrundung der Sorapiss Gruppe sind die beiden Klettersteige Via Ferrata Berti und Via Ferrata Vandelli mit einem Schwierigkeitsgrad von C und der Sentiero Carlo Minazio mit einigen ungesicherten Kletterstellen. Der Zugang zur Via Ferrata Berti ist mit I-II bewertet. In Anbetracht dessen und der Länge des Weges ist die Tour nicht für Anfänger geeignet.

Es stehen zwei Hütten (Rifugio San Marco und Rifugio Vandelli) und drei Bivaks auf der Route zur Verfügung. Für eine Übernachtung auf den Hütten sollte man im Vorraus buchen, da das Rifugio San Marco sehr klein ist und das Rifugio Vandelli aufgrund seiner prominenten Lage am Lago di Sorapiss oft ausgebucht ist. Auf dem Rifugio San Marco kann man per Telefon buchen. Die Nummer findet man auf der Website. Für Buchungen im Rifugio Vandelli gibt es den Kontakt auf deren Website, die leider nur auf Italienisch verfügbar ist.

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Das gemütliche Rifugio San Marco

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Tour aufzuteilen. Wir haben uns dafür entschieden, sie im Uhrzeigersinn zu gehen, sodass man die Via Ferrata Vandelli abwärts gehen muss, aber dafür den Via Ferrata Berti aufwärts besteigt. Meiner Meinung nach sind die Steige in dieser Gehrichtung einfacher. Als Startpunkt für die Tour gibt es zwei Optionen:

Eine Möglichkeit ist den Passo Tre Croce als Startpunkt zu nehmen und von dort zum Rifugio Vandelli zu wandern (ca. 2h). Entweder bleibt man dort für die erste Nacht oder man lässt die Hütte aus und geht weiter zum Rifugio San Marco, um dort die erste Nacht zu verbringen. Eine andere Option ist, im Bivacco Slataper zu übernachten, so umgeht man den Abstieg zum Rifugio San Marco. Alternativ kann man von San Vito di Cadore aus starten und zum Rifugio San Marco (ca. 2-3h) wandern um dort für die erste Nacht zu bleiben. Ich würde nicht empfehlen, die ganze Tour von San Vito di Cadore zum Rifugio Vandelli an einem Tag zu machen, weil die Tour dann doch sehr lang wird (zusätzlich ca. 500hm) und der technisch schwierige Teil, der Via Ferrata Vandelli, erst zum Schluss des ohnehin anstrengenden Tages kommt.

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Ausblick auf San Vito di Cadore in der Nähe des Rifugio San Marco

Wir sind von San Vito di Cadore aus gestartet und am Nachmittag zum Rifugio San Marco hoch gewandert. Am nächsten Tag ging es weiter hinauf und über den Sentiero Carlo Minazio und die Via Ferrata Vandelli hinunter zum Lago di Sorapiss und zum Rifugio Vandelli, wo wir die zweite Nacht verbracht haben. Am nächsten Tag ging es auf der Via Ferrata Berti zurück zum Rifugio San Marco und wieder hinunter nach San Vito di Cadore.

Tag 1: Von San Vito di Cadore zum Rifugio San Marco

Im ersten Teil der Tour wandert man vom Dorf San Vito die Cadore hinauf zum Rifugio San Marco. Das Auto kann man in der Nähe der Seilbahnstation bei der Baita Sun Bar parken (keine Parkgebühr, 2019). Von dort sind es etwa 3 Stunden Wanderung bis zur Hütte. Im ersten Teil schlängelt sich der Weg über eine Schotterstraße in vielen Serpentinen bis zum Rifugio Scotter. Von dort führt ein Wanderweg weiter hinauf. Irgendwann erreicht man einen kleinen Aussichtspunkt, von dem sich ein schöner Blick auf die umliegenden Berge bietet. Nach einem kurzen, aber steilen Anstieg sieht man schon das Rifugio San Marco. Die Hütte ist klein und gemütlich mit blauen Fensterläden und einem kleinen Pavillon mit einer tollen Aussicht auf die Berge. Als wir dort waren gab es sogar 3 süße Mini Schafe und einen netten Hund. Das Essen war ebenfalls sehr gut mit selbst gepflückte Johannisbeeren als Nachspeise.

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Wanderung hinauf zum Rifugio San Marco von San Vito di Cadore

Tag 2: Vom Rifugio San Marco zum Rifugio Vandelli über den Sentiero Bonacossa und den Via Ferrata Vandelli

Am zweiten Tage führt der erste Teil des Weges über einen steilen Anstieg hinauf zum Forcella Grande. Der Weg beginnt direkt hinter dem Rifugio San Marco und windet sich in steilen Serpentinen nach oben, bis man am Forcella Grande, einem Plateau mit grasbewachsenen Hängen angekommen ist.

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Blick auf die Sorapis Berggipfel vom Forcella Grande

Weiter führt der Weg zuerst ein Stück hinunter mit Blick auf den Sorapiss Gipfel gegenüber. Vorbei am markanten Felsgipfel des Torre dei Sabbioni führt der Weg weiter durch Latschenkiefern und teilt sich nach einiger Zeit, wobei wir dem Abzweiger nach links folgen. Danach führt der Weg an der Felswand mit Blick ins Valle di San Vito weiter und wird zunehmend ausgesetzter. Hier beginnt der Sentiero Carlo Minazio mit kurzen aber leichten Kletter- und Kraxelpassagen. Je ausgesetzter der Weg wird, desto besser werden die Ausblicke auf die umliegenden Berge.

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Wanderung am Sentiero Carlo Minazio

Nach einiger Zeit kommt man am Bivacco Comici vorbei, das in einer kleinen Senke steht. Jetzt wird der Weg wieder steiler, bis man den höchsten Punkt des heutigen Tages erreicht. Von oben eröffnet sich der Blick auf die Cima Cadini und den Monte Cristallo. Nun beginnt die Via Ferrata Vandelli. Auf dem Weg nach unten ergeben sich die ersten Blicke auf den türkisblauen Lago di Sorapiss und das heutige Ziel, das Rifugio Vandelli. Der Klettersteig führt an der Felswand unterhalb des Col de Fuoco stetig bergab, immer mit Blick auf den Lago di Sorapiss. An einigen Stellen kann man wirklich spektakuläre Fotos machen.

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Ausblick zum Sorapiss See vom Via Ferrata Vandelli

Am Ende des Klettersteigs führt ein leichter Wanderweg hinunter zum See und zum Rifugio. In den Nachmittags- und Abendstunden scheint die Sonne schön auf den Gipfel des Dito di Dio hinter dem Lago di Sorapiss. Das ist die beste Zeit zum Fotografieren und um die Schönheit dieses türkisfarbenen Bergsees zu genießen. Besonders im Sommer verwandeln die vielen Blumen, den See in ein kleines alpines Paradies.

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Blick zum Sorapis See vom Wanderweg

Tag 3: Vom Rifugio Vandelli nach San Vito di Cadore über Via Ferrata Berti

Nach einigen letzten Fotos vom wunderschönen Sorapiss See, geht es heute wieder zurück nach San Vito di Cadore. Der Weg führt zuerst um den Lago di Sorapiss herum und windet sich entlang der Gletschermoräne des ehemaligen Gletschers hinauf zur Forcella Sora de la Cengia del Banco. Der Weg hinauf durch das Geröll der Gletschermoräne ist sehr mühsam und die Freude umso Größer wenn man endlich oben angekommen ist und den Blick zurück hinunter auf den Sorapiss See genießen kann.

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Am wunderschönen türkisfarbenen Sorapis See

Weiter geht es durch Schotterfelder nach oben. Hier gibt es immer wieder Abzweigungen, die nach oben oder unten führen und es gibt nur wenige Wegmarkierungen. Deshalb sollte man hier immer wieder auf die Karte und das GPS schauen. Irgendwann endet der Wanderweg an einem fesigen Stück, an dem etwas Kletterei gefordert ist. Hier ist der Weg wieder mit großen roten Pfeilen markiert. Nachdem man die Felsen überklettert hat bietet sich eine tolle Aussicht ins Tal und nach San Vito di Cadore. Ab hier wird der Weg zunehmend exponiert. Nach rechts bricht die Felswand mehr als 500 m ins Tal ab. Links steigt der Fels steil, fast senkrecht an und der Wanderweg führt auf einem schmalen Felsband relativ eben geradeaus.

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Wanderung entlang des schmalen Weges am Via Ferrata Berti

Auch wenn man hier den Eindruck bekommt man könnte sich nicht verlaufen sollte man immer auf die Wegmarkierungen achten. Einige ausgetretene Abzweiger führen in Sackgassen, die an der steilen Felswand enden. Nach einiger Zeit erreicht man den Beginn des Via Ferrata Berti, der zuerst weiter eben aber ausgesetzt am Fels entlangführt. Das letzte Stück des Klettersteigs führt dann steil hinauf und hält noch ein paar anspruchsvollere Passagen bereit.

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Der letzte Anstieg am Via Ferrata Berti

Oben angekommen, erreicht man wieder das grasbewachsenen Plateau beim Forcella Grande. Nachdem man das Bivacco Slataper passiert hat, biegt man rechts ab, bis man den gestrigen Weg erreicht. Von dort folgt man dem Anstieg von Tag 1 und 2 wieder hinunter nach San Vito di Cadore vorbei am Rifugio San Marco.

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